Waffenhandel in Deutschland

Schon im Mittelalter hat es einen Handel mit Waffen gegeben. Der Adel benötigte Jagdwaffen und Waffen für das Gefolge, die Kaufleute und Reisenden Waffen zur Verteidigung und auch die mittelalterlichen Städte bestückten ihre Zeughäuser mit Waffen. Gerade in Kriegszeiten wurden viele Waffen verkauft und gekauft. Die Waffenmacher des Mittelalters verkauften ihre Ware zwar meist gleich vor Ort, aber es gab auch reisende Händler und außerdem auch schon einen staatlichen Handel mit ausrangierten Waffen. Nach der bürgerlichen Revolution 1848 wurde in ganz Mitteleuropa die Jagd freigegeben und allen Bürgern der Besitz von Gewehren erlaubt. Das sorgte für einen sprunghaften Anstieg des Waffenhandels und führte auch dazu, dass sich viele Schützenvereine gründeten und das Sportschießen immer mehr Verbreitung fand. Bis etwa 1850 lag der Handel mit zivilen Waffen fast ausschließlich in den Händen der Büchsenmacher, danach begannen Waffenfabrikanten wie zum Beispiel die Firmen Sauer und Merkel ihre Produkte über Waffenhändler und verstärkt auch in Metallwarenläden und sogar in Kaufhäusern zu vertreiben.

Heute ist der Waffenhandel in Deutschland gesetzlich geregelt und unterliegt sowohl dem nationalen Waffenrecht, aber auch internationalen Richtlinien. Alle sogenannten Schengen-Staaten, also auch Deutschland, halten sich unter anderem an die EU-Richtlinie zur Harmonisierung des Feuerwaffenrechts und haben sie in nationales Recht übernommen. Danach werden Waffenhändler auf ihre persönliche und berufliche Integrität hin überprüft und benötigen eine Waffenhandelslizenz für ihre Tätigkeit. Sie haben auch ganz konkret festgelegte Pflichten hinsichtlich der Beweisführung, aus welcher Quelle die Waffen stammen, mit denen sie handeln und an wen sie verkauft werden. Gleichzeitig müssen sie auch die notwendigen Legitimationen der Käufer prüfen. In Deutschland gibt es rund 1500 Waffenhändler und darüber hinausnatürlich auch das Internet. Auch der Onlinehandel mit Waffen unterliegt den nationalen und internationalen rechtlichen Bestimmungen. Allerdings gibt es hier ein Problem, das sogenannte „DarkNet“, in dem Menschen versuchen, illegal an das zu kommen, was sie legal nicht bekommen können. Und ein zweites Problem besteht darin, dass es rings um Deutschland einige Staaten gibt, in denen man sehr viel leichter und unkontrollierter Waffen bekommen kann, als in Deutschland.

Neben dem Waffenhandel als Einzelhandel für den regionalen Bedarf von Privatpersonen, Vereinen etc. gibt es natürlich auch noch den Waffen-Großhandel. Großhändler arbeiten meistens im Auftrag von Waffenherstellern und haben mit dem Waffenhandel an Privatpersonen und Vereinen nichts zu tun. Auch im Direktvertrieb verkaufen die deutschen Waffenfirmen ihre Produkte nur an nationale und internationale Streitkräfte oder an Großhändler. Bei ausländischen Waffenfirmen ist häufig auch der Verkauf an Endverbraucher möglich.