Glock GmbH – Feuerkraft aus Österreich

Ein kleines Unternehmen aus Deutsch-Wagram in Niederösterreich steht für eine einzigartige Entwicklung. Grund hierfür ist eine Waffe – die legendäre Pistole Glock 17. Sie wird von Sicherheitsleuten weltweit sehr geschätzt. Auch Rapper haben sie schon besungen. Sogar Hollywoodregisseure begeistern sich für die Pistole und drücken sie mit Vorliebe den Filmbösewichten in die Hand.

Die meistverkaufte Pistole der Welt

Die Waffe ist legendär und die meistverkaufte Pistole der Welt. Konstruiert wurde sie, um eine möglichst hohe Mann-Stop-Wirkung zu erreichen. Dieses Ziel erreicht die Pistole mit tödlicher Effizienz. Egal, ob menschliche Körper, Zimmerwände oder Autoblech – die Glock 17 durchschlägt mit der großkalibrigen 9-Millimeter-Munition fast jedes Hindernis. Das Magazin ist standardmäßig mit 17 Patronen ausgestattet. So kann mit der Waffe häufiger ohne zwischenzeitliches Nachladen gefeuert werden als mit anderen Waffen. So verwundert es auch nicht, dass amerikanische Cops und das österreichische Bundesheer die Pistole ebenso verwenden wie die norwegische Armee und die irakische Polizei sowie die Anti-Terror-Einheit GSG 9. In den waffenverliebten USA ist die Glock sogar beliebter als der uramerikanische Colt. Der Name Glock ist mittlerweile im Sprachgebrauch zum Synonym für Pistolen geworden.

Glock 17
Glock 17 in der CO2 Ausführung – Foto: 4komma5.de

Angefangen hat alles in einem Keller

Auch in wirtschaftlicher Sicht ist Glock eine beispiellose Erfolgsgeschichte. 1963 nahm der österreichische Ingenieur Gaston Glock seine Geschäfte auf. Vor rund dreißig Jahren meldete er dann ein Produkt an, das ihn schwerreich machen sollte.

Gaston Glock führte 1980 noch ein kleines Unternehmen in Deutsch-Wagram, das Gardinenhalterungen und Armeemesser produzierte. Eines Tages erfuhr er zufällig, dass das Bundesheer eine neue Pistole sucht. Gaston Glock erkannte seine Chance. Obwohl er überhaupt keine Erfahrung mit der Produktion von Schusswaffen hatte, bastelte der Unternehmer nachts in seinem Keller an einer Pistole. Glock musste eine Waffe bauen, die den Vorgaben der Armee entsprach. Diese sollte leicht und robust sein und das Magazin mit mehr Patronen ausgestattet sein als die österreichische Walter P-38.

Anfangs wurde Glock ausgelacht

Gaston Glock fand eine einzigartige Lösung: Er baute eine Pistole, die zu großen Teilen aus Kunststoff bestand. Der Österreicher testete die Waffen selbst, angeblich immer mit der linken Hand, um im Falle eines Unfalls weiterhin arbeitsfähig zu sein. Anfangs wurde Glock für seine Pistole aus Kunststoff ausgelacht. Die Armee zeigte kein Interesse. Doch die Waffe bestand alle Tests bestens. So kam es, dass die Armee 20.000 Stück bestellte. Damit war der Grundstein für einen weltweiten Bestseller gelegt. Der Name Glock 17 beruht übrigens auf einer internen Patentnummer.

Glock expandiert weltweit

Die Firma Glock GmbH beschäftigt mittlerweile über 200 Mitarbeiter allein in Deutsch-Wagram. Es gibt daneben noch weitere Produktionsstätten in Österreich und der Slowakei sowie in den USA. Schätzungen zufolge setzt das Unternehmen jährlich über 100 Millionen Euro um. Gaston Glock zählt zu den reichsten Menschen in Österreich – geschätztes Vermögen rund eine Milliarde Euro. Knapp ein Viertel der Kommunalsteuer in Österreich stammt alleine von der Firma Glock GmbH.

Neben Pistolen noch weitere Produkte im Portfolio

Die erste Pistole war die Glock 17, anfangs noch unter der Bezeichnung P80 bekannt, die für das österreichische Bundesheer entwickelt wurde. Mittlerweile hat das Unternehmen 21 verschiedene Glock-Pistolen im Angebot. Die Bauart ist stets gleich. Unterschiede gibt es im Kaliber (9 mm bis .45 ACP), bei der Länge (160–225 mm) und bei den Magazinen (6–33 Schuss). Typisch aus dem Hause Glock ist auch, dass die Pistolen Selbstladepistolen sind, die über ein spezielles Abzugssystem verfügen. Es fehlt eine außenliegenden Sicherung, dafür gibt es drei integrierte Sicherungen. Die Waffen zeichnen sich eine einfache Handhabung und eine hohe Zuverlässigkeit aus. Weiterhin sind im Produktportfolio des österreichischen Unternehmens auch taktische Lichtmodule, Holster und Feldmesser sowie Feldspaten erhältlich.